Seminar im Fokus: Let’s Play – Demokratie spielend lernen und lehren
Das Seminar „Let’s Play“ ist eines der Herzstücke des Projekts CivicEdTecH an der PH Ludwigsburg. Hier wird die Theorie der Digitalisierung und Demokratiebildung in die haptische und digitale Praxis überführt. Unser Leitsatz dabei: Spielen ist gelebte Demokratie.
In der spielerischen Auseinandersetzung und Zusammenarbeit, im Aushandeln von Kompromissen, in der Einhaltung von Regeln sowie in der ständigen Kommunikation und Interaktion werden demokratische Prozesse unmittelbar erfahrbar. Spiele bringen nicht nur Freude und fördern die Kreativität, sondern eröffnen völlig neue Lösungsansätze für komplexe Probleme. Wir sind überzeugt: Es ist Zeit, die Unterrichtskultur nachhaltig zu verändern und das Potenzial von Spielen fest im Politik- und Kunstunterricht zu verankern.
Der Weg zum eigenen Lernspiel: Die vier Säulen des Seminars
Das Seminarkonzept ist in vier thematische Blöcke unterteilt, die fließend ineinandergreifen und die Studierenden von der Spielanalyse bis zur eigenen Produktion begleiten.
1. Spiele erleben: Die explorative Phase
Zu Beginn des Semesters steht das Ausprobieren im Vordergrund. Wir spielen Karten-, Brett- und Strategiespiele – von einfach bis komplex. Ziel ist es, den Spaß am Spielen (wieder) zu entdecken und gleichzeitig die eigene Beobachtungsgabe für Spielmechaniken und Gruppendynamiken zu schärfen.
2. Theoretische Grundlagen: Das Fundament
Parallel zur Praxis erfolgt der „Theorieblick“. Hier führen wir in die Bedeutung von Spielen für die Demokratiebildung ein, die als fächerübergreifende Grundlage dient. Wir vermitteln die Basis der analogen und digitalen Spielentwicklung und beschäftigen uns intensiv mit Handlungs- und Produktionsorientierung sowie zentralen Aspekten der Spieltheorie.
3. Spielentwicklung: Making im Makerspace
In der produktiven Phase arbeiten die Studierenden eng mit dem Makerspace der PH Ludwigsburg zusammen. Hier entwickeln sie ein eigenes Lernspiel für den Kunst- oder Politikunterricht. Die Spiele orientieren sich eng an den Bildungsplänen und zielen darauf ab, politisches, demokratisches oder künstlerisches Lernen spielfertig umzusetzen. Für diese intensive Projektarbeit stellen wir gezielte Arbeitszeit und technisches Know-how zur Verfügung.
4. Die Spiel- und Reflexionsphase: Der Praxistest
Zum Abschluss des Semesters treffen wir uns zu einem interaktiven Spieltag. Alle entwickelten Prototypen werden gemeinsam ausprobiert und auf ihre Praxistauglichkeit geprüft. In dieser Phase reflektieren wir die verschiedenen Formate und vertiefen das Verständnis für die didaktische Einbettung im späteren Schulalltag.
Zielsetzung: Lehrkräfte als Spielgestalter
Das Seminar befähigt angehende Lehrkräfte, Spiele als effektives Instrument der Bildung einzusetzen. Die Teilnehmenden lernen:
Wie komplexe politische Zusammenhänge durch Spielmechaniken greifbar werden.
Wie Spiele das künststlerische Arbeiten unterstützen und kritisches Denken fördern.
Wie Schüler*innen durch Gamification aktiv in den Lernprozess eingebunden werden.
Durch die Entwicklung eigener Produkte erwerben die Studierenden praktische Fähigkeiten in den Bereichen Kreativität, Kommunikation und Kollaboration – essenzielle Schlüsselfähigkeiten für eine zukunftsgerichtete, innovative Bildung.